Anerkennung für Jan Müller-Scheeßel

Am 2.12.2010 dankte die WFB dem Scheeßeler Jan Müller-Scheeßer für den Kauf und die Restaurierung des Scheeßeler Bahnhofs mit der folgenden Anerkennungsurkunde.





Dazu erläuterte der WFB-Vorsitzende Dieter Ulrich:

Gestritten hatte man sich schon damals um die Streckenführung der Bahn Bremen - Hamburg in den Jahren 1870 - 1874. Auch gab es heftige Auseinandersetzungen um die Bahnstation. Gut Veerse oder Ostervesede waren die Favoriten. Für Gut Veerse kämpften die Gebrüder Müller. Friedrich Müller (1832 - 1908) war damals Besitzer von Gut Veerse, während Wilhelm Cord Müller (1830 -1915) die Scheeßeler Mühle gehörte. Er ist Ur-Urgroßvater zu Jan Müller Scheeßel, dem jetzigen Eigentümer der Scheeßeler Mühle. Beiden ging es natürlich um wirtschaftliche Interessen, das war allen Beteiligten klar. Nicht klar war aber, welchen Vorteil die Fahrgäste davon haben sollten, wenn die Station von allen Ortschaften entfernt mitten in der Heide beim Gut Veerse angelegt würde. Mit der letzten Entscheidung des Ministers für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten am 15. Februar 1872 wurde der Bau der Eisenbahnlinie über Scheeßel, Lauenbrück, Königsmoor und Tostedt festgelegt und Scheeßel erhielt seinen Bahnhof. Für die DB verlor das Bahnhofsgebäude mit Fahrkartenausgabe und Güterhalle Ende des 2000 Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung. Man entschloß sich daher 1999 das unter Denkmalschutz stehende Gebäude für rund 380.000,-- DM zu verkaufen. Leider erfolglos. Die Gemeinde Scheeßel hatte zwischenzeitlich Asylbewerber im Hauptgebäude untergebracht. Am 23.3.2003 stand plötzlich das Gebäude in Flammen und brannte teilweise aus. Die DB versteigerte danach das Gebäude öffentlich. Bieter waren Gemeinde Scheeßel und Herr Jan Müller - Scheeßel. Obwohl er weniger geboten hatte als die Gemeinde, bekam er wegen seines Sanierungswillens den Zuschlag. Die Bürgermeisterin glaubte nämlich, man könne das unter Denkmalschutz stehende Gebäude billig kaufen, abreißen und dann der Park & Ride Anlage angliedern. Leider sieht der Gesetzgeber dies nur für Privatpersonen vor, nicht aber für Gemeinden. Kauf und Sanierung des Bahnhofsgebäudes hätten der Gemeinde Scheeßel viel Geld gekostet. Jan, Du hast uns davor bewahrt. Dafür möchten wir an dieser Stelle mal herzlichen Dank sagen.

Neben der Anerkennungsurkunde erhielt Herr Müller-Scheeßel eine 5 EUR-Goldmünze des Klosters Cluny von 2010.



Foto: Heyne       Jan Müller-Scheeßel bedankt sich für die Anerkennung